Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier

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s.n. 1916, 15 Juni. Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier. Konsultiert 26 Oktober 2021, https://nieuwsvandegrooteoorlog.hetarchief.be/de/pid/hh6c24rv5m/
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Auf dea Britzer Rosenfeldern r-feheo die Tâge der Rosenbliite unmittelbaf bevor. Die Britzer Rosenfelder nehroen von Jahr zu Jahr einen grôBèren Umfang an; sie locken wâhrend fier Blutezeit stets viele Tausende von Besuchern nach dem siidlichen Vororte hinaus. Wie das Havel-Ftâdtchen Werder seiner Obstkulturen wegen bekaimt ist, so genieBt der zuerst 1375 urkundlich erwahnte Beriiner Yorort Britz dureh die ausgedehnten Rosenziichtereien weit tiber die Grenzen der Mark hinaus eiuen wohlbegriindeten Ruf. «Rosen-britz» versorgt îast ausschlieBlich den Grofl-Berliner Rosen-markt mit den duftenden Kindern Floras, die in allen nur erdenk-liehen Spielarten von der einfachsten Zentifolie bis zur feinsten Edelrose vertreten sind. Haben auch die Rosenziichter unter dem Arbeiterraangel zu leiden, so sind doch dadurch Aufzucht und Pflege nicht beeintrâchtigt worden. Nach Vollendung des im Entstehen begriffenen Rosariums wird Britz den Mittelpunkt auch fur die wissensehaftliche Aufzucht der Rose bilden. Heine nnd die Kriegs-Speisekarte. Der Rabenbraten ist nichts Neues. Schon zu Zeiten Hein-ïieh Heines stand dieses Gefliigel offenbar auf der Beriiner Speisekarte. Man lese nur im 3. Band von Heines samtliche Werke in der «Nachlese» das folgende Gedicht: Rationalistische Exegese. Nicht von Raben, nein mit Raben Wurde Elias ernâhret — Also ohno Wunder haben Wir die Stelle uns erklâret. Ja, anstatt gebratner Tauben, Gab man ihm gebratne Raben, Wir wir deren selbst mit Glauben Zu Berlin gespeiset haben. Aus GroB=Brüssel Die Brusseler Lebensmittelbôrse in der August Orts-StraBe, gegeniiber der Bôrse gelegen, weist an die hundert Verkaufsstânde auf, in denen aile nur erdenk-lichen Lebensmittel in grôBeren Mengen gehandelt worden. Von der Unwahrheit des verbreiteten Geruchts, daB dort die Geschâfte reeht schlecht gehen, haben wir uns letzthin selbst iiberzeugen kônnen. Nach wie vor herrscht dort ein reges Leben. Die Hauptumsâtzo werden in Kaffee und Zichorien getâtigt, die der Seife den fuhrcnden Platz streitig gemacht haben. Etwas geringer sind die Abschlusse in Wein, Cham-pagner, Konserven, Oel, Essig usw. Ein Hândler bietet sogar Fliegenfânger an. Seit ungefâhr zwei Monaten miissen die Aussteller an den Staat eine Gewerbesteuer za.hlen, wodurch sic jetzt offiziell als Hândler anerkannt sind. Da sie auch einer scharfen Bôrsengeschaftsordnung unterworfen sind, so sind jetzt die Streitigkeiten, die fruher an der Tagesordnung waren, auf ein MindeStmaB beschrânkt. Das Vertrauen der Kleinhândler zu dieser Lebensmittelbôrse ist demzufolge auch bedeutend gestiegen, wâhrend es zu der Winkelbôrse, die bisher in den umliegenden StraBen und zum groBen Teil von un-ehrenhaften Handlern abgehalten wurde, stark ira Sinken be-griffen ist. dy. Hessen-Vereinigung, Mitfcwoch, 14. Juni, abends 8K Uhr (prâzis) im groBen Saal der «Drei Schweizer», U n t e r h a 1 -tungsabend, zu dem aile Hessen (Angehôrige der Be-satzungsarmee, der Zivil-, Post- und Eisenbahnverwaltung) herzlich willkommen sind. Einige Kiinstler haben ihre Mitwir-kung zugesagt. dy. Ein neues Vierte! in Jette ist jetzt im Entstehen begrif-ïen. Es handelt sich um die Erschliefiung der Esseghem-Gegend, die nach einem von privater Seite ausgearbeiteten Plan vor-genommen wird. Die Gemeindeverwaltung ist mit dem Projekt einverstanden und iiberwacht nur dio von einem Privatunter-nehmer auszufuhreuden Arbeiten; Die Kosten dieser Arbeiten sind mit 98314,27 Franken veranschlagt, auf die Teilzahlungen in Raten von je 10 000 Franken geleistet werden. ht. Eine gute MaBregel hat die Gemeindeverwaltung in Forst beschlossen. Sie wird denArbeitern und Arbeiterfamilien, welcho an der Gemeindesuppe nicht teilnehmen, 340 Gramm Brot, fur Woche und fiir Person mehr verabfolgen lassen, als Ersatz fiir die fehlenden Kartoffeln. Einschreibungen hierfur werden vom 14. ds. Mts. an angenommen. Das Familienober-haupt, welches selbst kommen muB, muB eine Bescheinigung seines Arbeitgebers mitbringen. Kartoffeln kommen nur in geringen Mengen nach Forst und sind nur fur das Alsenberg-jviertel bestimmt, fiir das sie im Stadtmagazin der Alsemberger Chaussee verteilt werden. em. état Blumenausstellung wird am t5onntag, den 18. Juni, und Montag, dtn 19. Juni, im Saale der Union coloniale belge, in der StassartstraBe 34, veranstaltet. Eine bffcondere Abteilung wird fur die Rosen vorbehalten. Damen, die mit Schnitthlumen an dem Wettbewerbe teilzunehmen wun-schen, werden ersucht,- diese in Kunstvasen auszustellen. Der Zutritt zur Ausstellung ist nur geladenem Publikum an den beiden genannten Nachmittagen in der Zeit' von 3—6 Uhr ge-stattet.em. Die Kunstauktion Feuillen, des ehemaligen Verwalters, des bekannten Brusseler Kiinstlervereines «Cercle artistique et litéraire» fand diese Woche in der Konigsstrafie statt. Gemâlde, Pastelle, Kupferstichfe, Zeichnungèn und Skizzen der besten belgischen Maler, die im Laufe der letzten 35 Jahre in Kunst-lervereine Ausstellungen veranstaltet hatten, sind offentlich verkauft worden. Die hôc-hsten Preise sind fiir nachstehende Werke gezahlt, worden: «Hufschmied in Spanien», eine Studie von Bastien, G00 Franken; «Marseille», von Claus, 610 Franken; eine «Marinestudie» von F. Courtens, 630 Franken; «Der Maler» von Impens, 440 Franken; «Winterlandschaft» von Isidore Ver-heyden, 530 Franken. Im Ganzen umfaBte die Auktion 214 Nummern, die eine Gesamtsuinme von 25 140 Franken erzielten. ht. Neue Wertpapierdiebstahle. In der TiirennestraBe dran-gen Diebe mit Nachschlusseln in die Wohnung der Eheleute O. ein, erbrachen die Môbel und entwendeten 2 Brusseler Stadt-lose von 1902, Serie 7121/6-7; fiinf Brusseler Stadtlose von 3905, Serie 21795/5; 101843/13; 144 374/7; 138406/2, 74 324/1. Fiinf Antwerpener Stadtlose von 1903 und 28 715/13, 14 786/7, 35 227/10, 28 345/5, 16 421/12, sowie eine Stahlkassette mit 170 Franken in Silber und 225 Franken in Banknoten. Die Miets-Einigungsâmter. Die Frage der Sehiedsgerichto fiir Mietsstreitigkeiten hat bisher zu vielen Schwierigkeiten AnlaB gegeben, ist aber jetzt von der hôchsten richterlichen Instanz Belgiens, dem Appel-lationsgerichtshof, in der vom Herrn Generalgouverneur in Bel-gien beabsichtigten Art gelôst worden. Mit den Verordnungen des Herrn Generalgouverneurs vom 10. Februar und 23. Marz 1915 wurden fiir Mietsstreitigkeiten besondere Reehtsstellen, sogenannte Miets-Schiedsgerichte, ge-schaffen, die vom Friedensrichter des Bezirks geleitet wurden, dem àber in Orten von mehr als 20 000 Einwohnern noch je ein Hausbesitzer und ein Mieter aïs Beisitzer zugeteilt waren. Die Urteile des Schiedsgerichts waren endgiiltig. Ueberstieg dâs Streitobjekt den Betrag von 1000 Franken, so konnte, ent-sprechend dem belgischen Gesetz, Berufung eingelegt werden. Das Prinzip dieser neuen Rechtsstelle, dio schnell und kostenlos fiir die streitenden Parteien arbeitete, wurde von verschiedenen Gerichten, u. a. von dem Appellationsgerichts-hof zu Liittich und den Brusseler Rechtsanwàlten angegriffen; der Vorsitzende der Anwaltskammer Théodor erhob sogar offentlich gegen diese neue Einrichtung Widerspruch. Nach Ansicht der Gegner dieser Einrichtung steht der deutschen Behorde nicht das Recht zu, in die Landesgesetze einzugreifen, es sei denn im militârischen Interesse. Das Brusseler Appel-lationsgericht hat dagegen schon fruher erklârt, daB nach dem Haager Abkommen — das von Belgien angenommen wurde — der besetzenden Macht das Recht zusteht, im allgemeinen Interesse in den besetzten Gebieten die Gerichtsbarkeit auszuuben. Ein allgemeines Interesse lag aber hier vor, denn die Miets-einigungsâmter erledigten auf die friedlichste und schnellste Art ohne Formalitàten und unnôtige Kosten die unvermeid-lichen Streitigkeiten zwischen Hausbesitzem und Mietern. In diesem Sinne sprach sich jetzt auch das Appellationsgericht, das sich aus Magistratsmitgliedern aus allen Teilen des Landes zusammensetzf, nach dreitâgigen langen Verhandlungen aus. Dieser oberste Gerichtshof stellte sich dabei auf den inter-nationalen Standpunkt, priifte sorgfâltig das Haager Abkommen und gestand schlieCuch den Mietsschiedsgerichten voile Rechtsfâhigkeit zu, indem diese als im alleinigen Interesse der belgischen Bevolkerung geschaffen anzusehen sind. Ihre Einrichtung entsprieht also den im Haager Abkommen festgelegten Verpflichtungen, imd die von ihnen getroffenen Entscheidungen kônnen nicht angefochten werden. Dr. D. Aus der Provinz. phb. Wirkung des Schulgesetzes in Lûttich. An den Mauern des Liitticher Rathauses wurden Ausziige aus den Ver-urteilungen von sechs dortigen Einwohnern angeschlagen, welche es unterlassen hatten, ihren Kindern Unterricht zu ge-ben oder geben zu lassen. phb. Das Miitterversorgungsheim in Herve ist nunmehr er-riffnet worden, und zwar in einem der geràumigen Gebaude der Gendarmerie. Ungefâhr 30 Frauen der Stadt haben sich in die Liste eintragen lassen, um dort ihr Mittagsmahl einzunehmen. 17 nahmen schon am Dienstag daran teil. Sie waren tiber den lie-benswtirdigen Empfang dureh dio Komiteedamen sehr entziickt und sprach'en ibre Zufriedenheit mit der vorzïïglichen fJaBrun» aus, die ihnen dort verabreicht wurde. em. Der pharmazeutische Verband von Flandern, dër seineu j Sitz in Gent hat, hat beschlossen, daB von den Apothekern kein Gift mehr verabreicht werden soll, um Hunde zu toten. Kranke und schwer verletzte Hunde werden auf Verlangen des Besitzers vom Tierschutzvereine in einem besondercn Wagen abgeholt und dann dureh Chloroform getôtet. .Hoffentlieh wird ein gleicher BeschluB auch .von den Apothekern der anderen Provinzen Belgiens gefaBt. y. In Chatelet-Chatelineau wird demnachst eine A r b e i t s-und Industrie-Ausstellung erôffnet werden. • Fast aile Werke der elektrischen und mechanischen Branche haben ihre Betàtigung daran zugesagt. Fur die photographisehe Ab-teilung haben sich bereits 60 Aussteller eingeschrieben. In der Abteilung fiir kunstlerische Reproduktionen werden Pau-lus, Henriette, Deglumes, Lambert, Le Roux usw. vertreten sein. Handel und Wirtschaft. Generalversammlungen. Die nachstehenden Gesellschaften laden zu ihren Generalversammlungen ein: «Société anonyme des Sucreries St-Jean», zum 14. Juni 1916, 123^ Uhr, boulevard du Ilainaut 169, Brussel; «Société d'Electricité de Rosario», zum 22. Juni 1916, 2 Uhr, rue de Naples 46-48, Elsene-Brussel; «Los Tramways dAgram», zum 15. Juni 1916, 11 Uhr, rue du Marais 31, in Brussel; «Office des Propriétaires», zum 19. Juni 1916, 3 Uhr, rue de Hornes 8, in Brussel; «Etablissements Jacques Piedbœuf», zum 26. Juni 1916, 2 Uhr, im Sitze der Gesellschaft, in Jupille-lez-Liége; «Chemins de fer de Namur à Liège, et de Mons à Manage avec leurs extensions», zum 20 Juni 1916, 10 Uhr, rue du Parnasse 17, in Elsene; «L'Oxhydrique Internationale», zum 21. Juni 1916, 12 Uhr, rue Pierre Van Humbeek 31, in Brussel; «Laminoirs et Fabrique de Tubes de Nimy», zum 20. Juni 1916, 2'A Uhr, avenue Marnix 22, in Brussel; «Société coopérative de Prêts fonciers», zum 20. Juni 1916, 11 Uhr, Hôtel de la Banque nationale de Belgique, in Brussel; «L'Internationale Belge», zum 20. Juni 1916, 334 Uhr, rue de la Régence 35-37, in Brussel; «Société anonyme des Tramways Est-Ouest de Liège et extensions», zum 15. Juni 1916, 3 Uhr, rue Frédéric Nyst 36, in Liittich; «Société anonyme des Charbonnages de Ressaix, Levai, Péronnes, Sainte Àldegonde et Genck», zum 19. Juni 1916, 3 Uhr, boulevard de Waterloo 103, in Brussel; «Société anonyme de Produits chimiques d'Auvelais», zum 20 Juni 1916, 12 Uhr, Hôtel de Hollande, place de la Station, in Namur: «Société anonyme des Produits et Engrais chimiques de Ciply», zum 15. Juni 1916, 11 Uhr, rue d'Arlon 3, in Brussel; «La Patrie», -zum 21. Juni 1916, 3K Uhr, 35-37, rue de la Régence, in Brussel; «Société anonyme des Verreries et Gobeleteries Nouvelles de et à Manage», zum 15. Juni 1916, 10 Uhr, im Sitze der Gesellschaft, in Manage; «Société Liégeoise d'Estampage», zum 20. Juni 1916, 4 Uhr, im Sitze der Gesellschaft, in Sclessin; «Société anonyme Comptoir de Matériaux de Construction», zum 23. Juni 1916, 3 Uhr, route de Philippeville 35, in Dinant; «La Sucrerie dAnvaing», zum 4. Juli 1916, 2 Uhr, im Sitze der Gesellschaft, in Anvaing; «Les Attractions Réunies», zum 24. Juni 1916, 2 Uhr, rue des Palais 2, in Brtissel; «Société des Services Publics de Spa et Extensions», zum 27. Juni 1916, 11 Uhr, rue de la Presse 8, in Brussel; «Société anonyme du Charbonnage de Forte-Taille», zum 26. Juni 1916, 11 Uhr, im Sitze der Gesellschaft, in Montigny-le-Tilleul; «Société anonyme du Centre* pour Conduites d'Eau et du Gaz», zum 22. Juni 1916, 2 Uhr, im Sitze der Gesellschaft, in Leval-Trahegnies; «Société anonyme Les Explosifs Yonckites», zum 22. Juni 1916, 1 Uhr, rue Henri Maus 7, in Briissel; «L'Ikelemba», zum 24. Juni 1916, 3 Uhr, avenue du Midi 26, in Brussel; «Société anonyme des Charbonnages de Winterlag», zum 26. Juni 1916, 3 Uhr, hou-•levard de Waterloo 103, in Briissel; «Anciens Ateliers Albert Van Genechten», zum 19. Juni 1916, 11 >2 Uhr, im Sitze der Gesellschaft, in Turnhout; «Société anonyme de la Poudrerie de Marcinelle», zum 19. Juni 1916, 10 Uhr, in Banque Centrale de la Sambre, in Charleroi; «La Rural Belga Sud Américana», zum 21. Juni 1916,11 Uhr, Longue rue Neuve 36, in Antwerpen; «Compagnie Internationale des Coffres-forts Indestructibles», I zum 19. Juni 1916, 3 Uhr, avenue Brugmann 283, in Uccle- ri Brussel; «Chemins de Fer du Congo Supérieur aux Grands Lacs Africains», zum 21. Juni 1916, 3 Uhr, rue des Cultes 7, in Brussel; «Société Anversoise de Sondages», zum 20. Juni 1916, 2 Uhr, rue Henri Maus 7, in Brussel; «Sucreries-Raffineries M. et W. Le Docte», zum 14. Juni 1916, 3 Uhr, rue Lucien Namèche 8, in Namur; «L'Alliance Anversoise», zum 15. Juni 1916, 4 Uhr, place de Meir 23, in Antwerpen; «Société Anversoise pour l'Entreprise de Travaux Publics ou Privés», zum 6. Juli 1916, 5 Uhr, rempart Saint-Georges 55, in Antwerpen; «Comptoir Général Financier», zum 17. Juni 1916, 4 Uhr, rue Omme-ganck 49, in Antwerpen. jenes "ech f; orientalisehe Gejammer, nichts von begeisterter Zigeunerwildheit. Die. Mànner und Knaben ringshum erheben sich. Sie legen die Hande gegenseitig- auf die Schultern und schreiten im Reigen, vor und zurtick, gegen die Musikanten ist die Reihe offen. Der eine Paukenschlâger gibt den Takt an und ist zugleich eine Art Vortânzer, der mit begeisterten Armbewe-gungen sein krummes Holz schwingt, um das Kalbfell damit erdrôhnen zu lassen. Sein Kopf macht dazu die Bewegung des stofienden Bockes und seine schwarzen Augen blicken aufmun-ternd aus dem dunkelbraunen Gesichte. Aber in die Tànzer kommt kein eigentliches Leben. Da ist nichts von dem Feuer einer Tarantella. oder Mazurka, und jede Sinnlichkeit im Aus-druck fehlt. Nicht fera ist eine andere Gruppe um neue Musikanten ge-s char t. Hier tanzen auch Frauen mit, ganz alte und Kinder von kaum zehn Jahren. Aber ihre Gegenwart ândert nichts an dem Rhythmus. Sie trippeln im Kreise herum, und nichts erinnert an sonstige orientalisehe Tànze, bei denèn zwar auch der letzte Gedanke verhullter ist, doch immerhin in einigen Hiiftbewe-gungen zum Ausdruck kommt. Nach Angabe der Bulgaren, unserer Freunde, ist hier heute Hochzeit. Aber es macht nicht den Eindruck; cher sieht es aus, wie eine allgemeine Volksbelustigung, die tâglich statt-findet, wofiir allerdings die warmen Stunden des Mittags schlecht. gewâhlt sind. Ein Zusammenhang zwischon den ein-zelnen Gruppen fehlt, und nur die sonderbare Art, die einzelne jiingere Frauen zeigen, indem sie sich Stirn und Wangen mit Gold dicht bemalen, in einem Muster, das Pailletten vortSuscht, deutet auf ein Fest. Ueber die StraBe, die quer dureh das Zigeunerviertel fiihrt, sausen die Autos; hohe deutsche und bulgarische, auch einmal ein tiirkischer Offizier, fahren vorbei; die Staubwolken fliegen auf und legen sich iiber das unbekummert tanzende Volk. Zu-weilen fluchten die jungen Weiber, wenn einer zu dreist den photographischen Apparat ziickt, hinter eine Lehmmauer, um bald wieder ihre buntseidenbcdcckten Kopfe hervorzustrecken und neugierig nach dem Frcmden zu sehen. Zahllose Kinder mit nac.kten Beinen und dicken Bâuchen, wie die kleinen Neger, kriechen uns zwischen don FiiBon dureh, betasten uns und wollen mit den Sporen spielen. Dann erscheint der Hândler mît den StiBigkeiten, den gertisteten Maiskôrnern, und wird belagert, oder der Getrankeverkauîer ruft sein durststillendes NaB ans. Er trâgt es in der Tonflasche mit sich, und an einem Drahtgestell hângen rundherum winzige Tâfichen, Jetzt zeigt einer nach oben. Hoch in dor Luft kreist ein weifikôpfiger Geier, der aus den Schneebergen heruberzog, und ein deutscher Doppeldeeker beweist, daB der Mensch ihm manches abgesehen. 1 Nun schreiten wir zuriick ins andere Vierte], wo wir hausen. In den engen StraBen drângt und schiebt sich die Menge, nicht anders wie in Friedenszeiten, und die paar grauen und sand-farbigen Uniformen machen sie noch bunter. Fiir den Weitgewanderten gibt's hier nichts Neues. Das ist nicht mehr Europa, das ist reiner Orient, und in Tanger, in, Tunis sieht es nicht anders aus. Die gleichen Waren werden angeboten in der gleichen Art, aus kleinen Laden zu ebener Erde, wo der Verkâufer zwischen seinen Schâtzen hockt, vor sich ein Holzkohlenfeuer, um in der Kiihle des Schattens seine Hande zu warmen und seine Zigaretten in Brand zu setzen. Ein wenig seltener ist der echte Araber, ein wenig hàufiger der halb europâisch gekleidete Tiirke. Nur die reinen Neger schei-nen zu fehlen; dafur sind die Zigeuner da. Ein unverstândliches Sprachgewirr iibertônt uns hier wie dort, nur daB sich zwischen die arabischen Schriftzeichen hàufiger die bulgarischen mischen. Aber von den Minaretts ruft der Muzadin seine klagende Aufforderung wie iiberall im Orient, und die christlièhen Kirchen verschwinden in ihrer Verein-zèlung.Man weiB nicht, wer hier Sieger bleiben wird, der Westen oder der Osten. Sieger, nicht mit der Waffe in der Hand, sondern im unblutigen, zâhen Kampf der Kulturen, die anein-ander branden. Aber ich wette auf den Orient. Er ist der starkere, weil er der bequemere ist und der Sonne des Landes mehr Rechnung trâgt.. Und auf eins bin ich neugierig: Wie unsere Landsturm-manner den Orient dereinst verdauen werden? Ob sie vom Bunten des Lebens hier einiges mit hintiberbringen und halten? Ob sie nicht gar den Hosenrock, der hier von den Frauen gra-ziôs getragen wird, zu Hause verlangen, weil er hiibsch ist und verniinftig? Wer weifi!.... J. v. B. Die Photographie als Hilfsmittel im Kriege. Dieses Thema war, wie die «Mitteilungen des Vereins fur die Geschichte Berlins» melden, der Gegenstand eines in der letzten Sitzung des Vereins gehaltenen Vortrages, dessen Inhalt hier kurz angedeutet sein mag, weil er auch weitere Kreise zweifellos interessieren wird. Der GroGe Generalstab beschloB gleicb zu Beginn des Krieges, ein , «Photographisches Archiv». anzuleaeu. Eiae. kleine Aazahl tuchtiger Photbgraphen, die sich freiwillig mekleten und selbst auszuriisten hatten. wurden fiir je einen vorgeschrie-benen Bezirk auf den verschiedenen Kriegsschauplâtzen zugelassen mit der Verpflichtung, von jeder Aufnahme drei Abziige dem «Archiv» einzureichen. Schon bis zum No-vember 1915 waren etwa 45 000 Bilder in 170 Mappen — nach verschiedenen Gesichtspunkten wohlgeordnet — zu-sammengetragen. Weitere 30 000 Bilder harrten noch der Einreihung in die Mappen. Die Sammlung, die trotz der Gefahren bei einzelnen Aufnahmen auch manche gute Re-sultate in kunstlerischer Hinsicht aufweist, wird dauernd ergânzt und verspricht ein gewaltiges Aktenmaterial fiir die spa ter e Geschichtsschreibung zu werden. Die Bekâmp-fung der Spionage in den besetzten ôstlichen Gebieten machte es erforderlich, daB dort jeder Einwohner mit oinem Pafi versehen wurde, der sein Bild trug. Das Verlassen des Wohnortes ohae PaB war nicht gestattet, Die Herstellung dieser ungeheuren Anzahl von Bildern, die im Sommer 1915 aDgeordnet wurde, sollte in kiirzester Zeit erfolgen. Meh-rere groBe photographisehe Anstalten haben diese Riesen-arbeit mit einem groBen Sta-b von Hilfsarbeitern innerhalb weniger Wochen erfolgreich durchgefiihrt und der Photographie eine wirksame Mitarbeit an unscren Erfolgen er-môglicht. Die Personenaufnahmen wurden nicht auf Plat,-ten, sondern auf einem besonderen Portrât-Negativpapier hergestellt, das auch ein leichtes Kopieren im Rotations-druck ermôglichte. Der Vortrag streifte sodann die tiber-aus wichtigen Erkundungen unserer Flieger mit Hilfo der Photographie und die segensreiche Verwèndung der ROnt-genaufnahmen. Jedes Kriegslazarett hat heute seinen eigenen Feld-Rontgen-Wagen, der meistens von wiasen-schaftlich ausgebildeten Schwestern (Laborantincen) bedient, wird. Die Fortschritte der Photographie in natiirlichen Farben, dieser genialen Erfindung der Gebriider Lumière zu Paris-Lyon, fanden eine sehr ersprieBliche Verwertung. Die franzosische Quelle ftir die Platten ist mit dem Beginn des Krieges versiegt, doch ist es einer Gesellschaft fiir Anilinfabrikatiou in Berlin gelungen, eine Farbenplattc herzustellen, die fast die gleiche Schonheit und richtige Farbenwiedergabe ermôglicht.

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