Eine Armee von Arbeitslosen? Die Zwangsarbeit

Eine Armee von Arbeitslosen? Die Zwangsarbeit

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Redactie 29 April 2016 250
In dem Maße in dem der Krieg andauerte, geriet die deutsche Wirtschaft unter Druck. Zur gleichen Zeit lag die Wirtschaft im besetzten Belgien so gut wie brach, wodurch hier enorm viele Menschen arbeitslos waren. Die deutschen Machthaber sahen in den belgischen Arbeitslosen eine Möglichkeit,  ihre Kriegswirtschaft am Laufen zu halten. 
 
Anfänglich versuchten die Deutschen, die belgische Bevölkerung mit dem Versprechen von gutem Lohn und einem guten Leben zu freiwilliger Arbeit zu verführen, aber nur wenige Arbeitswillige meldeten sich. Deshalb forderte der Besetzer ab Oktober 1916 Arbeitslose für den erzwungenen Arbeitseinsatz. 
 
Einige der Angeforderten arbeiteten in deutschen Fabriken oder in der Land- und Forstwirtschaft. Andere mussten dicht an der Front schwere Arbeit verrichten. Ihre Situation war zumeist schlechter: Sie standen unter strenger militärischer Aufsicht und arbeiteten häufig in der Zone, die von den Alliierten bombardiert wurde. 
 
Die schwere Arbeit, die schlechten Lebensumstände und die einseitige Ernährung forderten viele Opfer. Nicht nur während, sondern auch nach dem Krieg. Viele Männer kamen erschöpft und geschwächt zurück und waren leichte Beute für die Spanische Grippe. Andere starben viele Jahre später an chronischen Schmerzen, die sie sich durch die Entbehrungen in den Arbeitslagern geholt hatten.