Die Welt an der Front

Die Welt an der Front

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Redactie 03 September 2015 130
Der Erste Weltkrieg wurde vor allem in Europa ausgefochten, aber aus der ganzen Welt kamen Soldaten und Arbeiter hier hin, um zu kämpfen und für die unterschiedlichen Armeen zu arbeiten. 
 
Schon früh im Krieg setzen die europäischen Großmächte ihre kolonialen Truppen ein, um die eigene Armee aufzufüllen. Die Britten hatten unter anderem indische, kanadische, australische und südafrikanische Truppen. Die Franzosen befehligten Soldaten aus Marokko, Algerien, Schwarzafrika, etc. in ihren Reihen. Die afrikanischen Soldaten, die 1914 eingesetzt wurden, waren Berufssoldaten. Sie hatten eine Ausbildung durchlaufen und verrichteten ihren Dienst in ihrem Heimatland in der französischen Armee. Die Schlachtfelder und das Klima in Europa waren jedoch ganz anderes als sie gewöhnt waren. Sie litten nicht nur unter den massiven Angriffen, sondern auch unter dem strengen Winter von 1914.
 
Als Ende 1914 ein großer Teil der kolonialen Berufssoldaten gefallen war, begann die französische Armee erneut in ihren Kolonien zu rekrutieren. Den Rekruten wurde versprochen, dass sie nach dem Krieg eine Anstellung in der französischen Verwaltung bekommen sollten.  Das klang vielen Männern wie Musik in den Ohren! Die Aussicht auf eine gutbezahlte und angesehene Tätigkeit öffnete sowohl für sie selbst als auch für ihre Familie neue Perspektiven. 
 
Die West-flämische Bevölkerung erschrak über die fremden Soldaten. Sie hatten noch nie Farbige gesehen. Angst und Misstrauen waren somit auch die ersten Reaktionen. Die Afrikaner wurden als Wilde angesehen, die grausam gegenüber ihren Feinden waren, aber „Tiger im Bett“. Frauen und Kinder mussten im Haus bleiben. Und doch waren viele Menschen auch neugierig auf die Männer mit den seltsamen Kleidern, den neuen Gesängen und den rhythmischen Tänzen. Häufig trat ein paternalistisches Mitleid für diese „große Kinder“ anstelle der Angst. 
 
Die kolonialen Truppen waren auch Wasser auf die Mühlen der deutschen Propaganda. Diese behaupteten nun, dass nicht ihre Truppen, sondern die der Alliierten die „Barbaren“ seien.
 
Sehenswert!
Auf dem Zouavenplein in Koksijde steht ein Denkmal für die Gefallenen Zuaven (Soldaten aus Nordafrika)
 
Der ‚senegalesischer Bunker‘ mit arabische Inschriften:
Grote Beverdijkstraat, 8600 Diksmuide
Die Gräber westafrikanischer Soldaten auf dem französischer Militärfriedhof Saint-Charles de Potyze
Zonnebeekseweg 379,  8900 Ieper