Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier

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s.n. 1916, 10 Juni. Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier. Konsultiert 25 Oktober 2021, https://nieuwsvandegrooteoorlog.hetarchief.be/de/pid/q52f767h2z/
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nicht erle'digt; diese Ist' îhm vieîmeEr tehïinich, nach semer Entlassung aus dem Heeresdienst. eine geeigneto Stèllo zu fin-den, oder sein eigenes Geschaft wieder aufzutun, oder ein neues zu griindcn, und ihm Auftràgo zu uberweisen. Ueber 3000 Persouen aïs Mitwirkende im Stadion. Bei der von der Koniglichen Kommandantur von Berlin am Pfingstsonntag voranstalteten Fest-Auftuhrung vou -Wallen-steins Lager» und der Pestwiese» aus den <Meistersingern» wirken mit. In den «Meistersingern 1800 Personen, davoii 750 Feldgraue, in «Wallenateins Lager wcit iibcr 1200 Personen. Das Orchestcr bilden iiber 300 Mueiker. 100 Monschen arbeiten an der Bewaltigung der technisohen Aufgabon. Ueber 50 Pferde werden a.uf <lio Biihnu gebracht, die tî54 Meter breit und 80 Mefcer tief ist. Das Konigsberger Universitâtsgcbâude, das seit Kriegs-beginn als Reservelazafett gedient, hat, wird vom August ab wieder freigegeben, so dalî die Vorlesungen, die bisher in den verschicdenen Universitatsinstitiiten abgehaiten wurden, wieder dort stattfinden werden. Der Rattenkrieg io Angermiinde. Die Stadt Augermuude, die schon vor einigen Tagen der iiberhandnehmenden Ratten-plage den Krieg erklart hatte, begibt sich morgen auf den Kriegspfad. Nach den Anordnungen des Magistrats habeu sârnt-liche HauseigentUmer an der Vertilgung dieser unwillkomme-nen Haustiere teilzunehmen. Sie sind angowiesen, Phosphor-latwergc zu legen. Die Polizeibehorden mussen darauf achten, dafi uberall das vcrnichtende Cfift gegen die unheimlichen Nager an seinem Platze, ist. Wer sich an diescm Rattenkrieg nicht beteiligt, hat Gcldstrafe bis zu 00 Mark zu gewar- Aus GroB=Brussel Das Institut fur Kriegsbeschadigtc, Ohilo Ge'raugch und Tamtam, wie es rinoni auf grotôer und weitschauender philanthropischen Basis aufgebauten Wcrke zukommt, hat das P r o v î n z i a 1 i n s t i t u t fiir K r i e g s b e s c li a d i g t e in Brussol seine Pforten ge-'iffiict. In den mâchtigen Râumeii in der GorborsIraBo wurden Werkstâtten fiir Korbflcchten, Bu-ehbindefei, Sehu-sterei und Orthopédie orrichtot, wo unter Leitung beson-ders ausgewâhlter tochnischer Spezialisteii an hundert Kriegsbeschadigtc arbeiten. Din boiden Direktoren des Institues, die Aerzte D a m und N y u s, befiitâen sich augen-blicklich im belgischen Militârinstitut zur Neuausbilduug von Kriegsbesehâdigten in Port-Villy bei Vernon. In ibrer Abwescnheit hat Dr. D e e r o 1 y die vertretungsweisc Loi-tung des neuen Institutes der brabanter Prov-inzialverwal-tung iibernommen, dem sich dem Provinzialrat Marins Rc-n a rd ebenfalls widmet. Das briisselcr institut fiir Kriegsbeschadigtc durfte • woile Verbreitung finden, wobei die reichen Erfahrung der beiden niedizinischen Leiter das ihrige dazu beitragen wird. h. b. lif. Gegen die Lebensmittelwucherec. Die Gemeindebe-horde lenktc erneut die Aufmerksamkeit der Polizei auf die S§ 8 und 9 des Gesetzes vom 4. August 1914 und ersuchte sie Erbebungen anzustellen, uni die Lebeusmittelwucherer festzu-stellen. Im § 8 des genannten Gesetzes steht namlich: Unab-lwngig von der Beschlagnahmo der Ware werden die Lebèns-mittelwucherer mit einer Gefangnisstrafe von 1—8 Tage und mit ciuer Geldstrafe vou 50—500 î'ranken bestraft.» Im '§ 9 steht: «Als Lcbensmittelwuchercr werden solcbe Personen an-gesehen. die aus Gewinnsucht dem Ôffentlichen Handei Lebens-niittel oder Ware entzieheu und sic, an eineni Orto * erborgen halteu, austatt sic taglich dem Publikum zur Verfugung zu stcllen; ferner die Personen. die, aus welehem Grunde au eh immer, freiwillig, Lebensmittel oder Waren. die in erster Linie notwendig sind, verderbeu lassen oder vernichten.» Hoffentlieh fiihren die Untersuehungcn zu einem guten Erfolge. cm. Ein Darlehn von 500 000 Franken zu 4 'A v. H. Ziusen beabsichtigt die Gemeinde von Sint-Joost-ten-Noode bei der Jnterkommunalen Wasser-G.esellseliaft zu sehljetien. Diese Summe soll dazu dienen, der bediirftigen Bevolkeruing das NTotwendigste zu versehaffen und ein oder zwei Jahre nach Friedenssc.hiuB der Géeellschaft zuriiekerstattet werden. cm. Sommerkonzertç. Wie wir hôren, sollen in der alten Abtei des R o u g e - 01 o i t r e-- zu O u d e r g o m Sommerkonzertç veranstaltet werden. Der beliebte Kapellmeister des Ostender Kursaales, Herr Strauwen, wird dort eine Kiinst-lerkapelle ersten Ranges leiten. Die Konzerte fangen um 5 Uhr an und dauern bis 10 Uhr. Wahrse.heinlich wird das erste Konzert schon nàehsten Sonntag stattfinden. cm. Voriesuugen- Herr Profest-or J. B r i c h a r d vom Ko-nigliehen, Verein fiir landwirtschaftlichc Vorlesungeii hait, am Freitag abend um 1% Ulir, auf der Avenue du fesago 59 in Ëlsenc, seine Vorièsung und zwar diesma! flber Spalier- | baume. Der Vortragende wird an diese m Abendo vorzugsweise praktisehe Anregungen fiir die Spaiierbaumkultur geben. ht. Die Kartoffeln in Elsene. Der Lcbensmittelversorgungs-ausschufi hat in Holland einen grofien Kartoffelvorrat einge-kauft, wovon die erste Sendung in den Gemeindelâden der Kroonlaan und Neststraat an die versorgungsberechtigte Bevôl-kerung zu 20 Centiemen das Kilo und 2 Kilo per Kopf abge-geben wird. Die niiebste Scndung ist fiir die Versorgung der Geseh&ftc in der Merceiisstraat und Amazonestraat bestimmt. Zur Lederfrage. Seit Ausbruch des Krieges sind die Lederpreise enorm ge-stiegen. Es hait heute schwer, in Bru,«sel ein gutes Paar Stie-fel zu finden, das nicht ein sUndhaftes Sti'ick Gcld kostet. Einige Fabriken haben, um zu erschwinglichen Preisen iiberhaupt verkaufen zu kônnen, das Leder mit Pappo vertauscht oder verwenden, wo es nur eben angàngig ist, altea Leder. Die Ursache der unglaublichen Preissteigerung ist einmal darin zu suchen, da£> vom Militâr ganz enorme Mengen Leder gebraucht werden, und andererseîts in den Manipulationen v^r-schiedener Leute. die reohtzeitig zu billigen Preisen grofie Be-stânde aufgekauft haben, sie vorsichtig auf Lager halten und nur «-tropfenweise» oder vorl&ufig noch nicht abgeben, da die Preise noch nicht nach Wunsçh gestiegen sind. Wir geben hiermit, eine klèine Aufstellung iiber die Leder-preisc seit Sommer 1914. Es kosleten: Juni 1914 1910 Aufschlag Gegerbtes Ochsenfell 5.50 15.— 173 7» Seitenstiick 2.50 8.25 230 °/o Halsstuck 3.50 9.50 163% Fassenleder 5.50 10.50 90 0u Pi und Box 1.25 ' 3.— 140 °/o Box Calf 1.59 4.40 193 Schafleder 0.30 0.70 130% ZiegenledeA». 1.68 5.— 210% Lackjcder vi 1.85 5.50 170% dy. Aus der Provinz, em. HuildctoUwut in Antwerpen. Ein verdèichliger Fall \on ïïuudetollwut ist in Antwerpen festgestellt worden. Da-her hat der Burgermeister eine Verorduuug erlassen, wonach ion heute ab bis zum 31. August jeder Hund auf der StraBe oder in einem ôffentlichen Lokalc mit einem Maulkorb ver-sthen sein mu6. Der Maulkorb mufi am Halsbaude befestigt sein. Zuwiderhandlungen werden nach dem Gesetzc vom Jahre 1882 bestraft. plib. Rosentag in Huy. Au erstem Pfingstfeiertage und am Mittwoeh darauf werden in Huy die kleinen Rosen zum Preise von 10 ( ,'entîemen das Stiick zum Besten des Oeuvre de l'Oeuf» verkauft werden. Das gutc Werk hat den Zweck, schwachlicben Kindern Eicr, Mileh und Kraftigungsmittcl zu versehaffen, eben-so wie bleichsuchtigen und kranken jungen Madchen. Das Ko-mitee hofft, dafi die Bevolkerung vou Huy den Verkaufern eine Wohlwollendc Aufnahmc zuteil werden lassen werde, und reehuet auf einen erfolgreiehen Ertrag fiir dieses so unterstiitzung.s v.iirdigc Unternehmeu. Das Werk wird aufierdem fortgesetzt werden, denn die Veranstalter wollen bei allen Leuten woehent-lich ein Ei abholen lassen, und auf diese Weise ihren Schiitz-lingen auch weiter helfen. Diese werden von den Aerzten ihnen bezeiehnet werdep. Auch die verse,hamten Arme» sollen niche vergessen bleiben. Das Komilec besteht aus den jungen Damen J. Mottart, L. Springcl und V. Lebeau. y. Alkoholverbot. Der Kreischef in Huy gibl das Verbot des Alkoholaïuschank fiir den Bezirk Huy-Waremme offentlich bekannt. >. Eine intéressante Ausstellung v\ ird demnaclist in Tournai erôffnef. werden. Sie enthSlfc nèun verschiedene \bteilungen fiir Arbeiten in Stein, Holz, Metall. Leder, Papier, Kinderspielzeuge, Dekoration, Lithographie und weibliche Handarbeiten. An aile Arbeiter der Stadt crgelit die Aufforde-rung, die Ausstellung mit wenigstens einem von ihnen herge-stellten Gegenstand zu beschicken. cm. Auf dem Pîerdemarkt in Liittich, der dieso Wochc ' abgehaiten wurde. wurden im Ganzen 5 Luxuspferde vorge-fiihrt, von dencn eines fiir 1125 Franken verkauft wurde. Von 25 russischen Pfèrden wurden 6 zu 900-1325 Franken. von 81 Ponics 18 zu 675— 1250 Franken, von 36 starken Zugpferdeu 9 zu. 1800—3200 franken, von 44 mittloren Zugpferden 13 zu 1600—2225 Franken und von 13 Vrdenner Pferdcn 4 zu 1200 -1775 Franken \ erkauft. Auch 2 Esel zu 175, bczw. 250 Fr, wurden verkauft. y. Aus Dinânt. Auf dem Markte ist eine neun Prels-steigerung eingetreten. Butter kostet jetzt 5 Fr. bis 5,50 Fr. das Kilo. Der Preis fiir ein Yiertel Eier (26 Stiick) bctragl, ti Fr. — Demnaclist werden die bekannten Wallfahrten nach Notre Dame do Foy wieder beginnen. Die Boykottierung der Belgier ïn England. phb. Die in England weilenden Belgier Iiabcn die gegen sic erhobonen Vorwiirfc der Feigheit und Steilenerschlei-chung als tiefe Krânkung empfundcn. Es scheiot sogar, daB sie diese Beleidigungen nicht so oh ne Weiter es hin-nehmen wollen. Eine erste g r o Jà e Prétest versa ni m-1 u n g, an welcher an tausend Personen teiinahmen,, fand im Saajc des Castlc-Tlicatrc in Richmond statt. Zwei Reden wurden gchalteii, die eine von dom Sekretâr der Metall-"arbeiter Eeckvlers und die andere von C.eléstin D e in Ij 1 o n. Ersterer Icgtc die Bescliwèrdèn der belgischen Arbeiter dar und griff die Boykotticrer mâchtig an. Dio Versanimluug nahm eine Resolution an, die folgeuder-maBen beginnt: v-Die Generalveisammlung belgischer Arbeiter, welche im Castlc Theatre zu Richmond zusanimengetretcn i^t. um zu der durch eine bestimmte englische Presse unteruommeneu Fcldzug geschaffenen Lage Stellung- zu nehmen, beschlieBt: gegen die von einigen unverantwortliehen Journalisten verôffeiitlichten ungerechten Auklagen aufs schjirfste zu protestieren und der Presse diesen ihren Protest gegen dio in den fraglichen eng-lischen Zeitungsartikeln enthaltenen Liigen und Unwahrheiten zuzusenden.» Man berichtet ferner noch von zwei andcreii grôSen ôffentlichen Vereaminlurigcn, von depen eino-ain 3. ds. Mts. in Bexley Heath und die anderc uni 4. ds. Ml», im Skiltlos-Inn in Lctchworth statt fand. Ernst Bologne, N. B r a k <•, D c in b 1 o n, G. EeGkoiers und F. Kelly, der englische Vertreter der Workcrs Union (Arbeiterunlon) spra-chen dort iiber dio den belgischeu Arbcitcrn in England geschaffeno traurige Lagc. Der verkaotite BruderkuO, Bei dem Besuche der russischen Duniainitgliedcr in London ist es gelegentlich des Festmahles, das der Lordmayor von London den russischen .Gâst en im Hôtel Cecil gab, zu einigen reeht stOrenden Auftritten gi komnien. An dt r Tal'el batte eine Reihe hervorragender englischer Parlameularicr, die ersten Per-sonlicbkciten der Londoner russisclien Kolonie, der russische Botschafter mit dem ersten Botschaftssekretâr, ferner der fran-zosische Botschafter und ein Mitglicd der italienischen Botschaft teilgenonimen. Auc]) die Leiter der licrvorragendsten engli-schcn Bliitter waren geladcu. Der Lordmayor hielt die Begrii-Bungsrede und hicB die (îastc im Nanien der Stadt London herzlich willkommen. Im Nainen der russischen Giistc bedankte sich der Kadettenfulirer Miljukow, der ein Huldigungstelegramm an den Zaren schic-kte und in begeisterte 11 Worten die Aufnahmc der russiMïheii Parlanu ntari r in London pries. Ini Laufe des Festmahles lief auch schon «lié Antwort des Zaren ein. in welcher cr seine Freudti iiber den lierzliclien Empfang der Russeu ausdrueklé. Die Musik spielte russiselie National-lieder, die edelsten Weinc fliminerten in den Oliisern, die Stim-miuig stieg aufs hochste. Nun befand sich unter den Dumareisenden auch der Bauern-parteiler Krajewzow, der cigentlieli nur mitgenommen wurde, damit aile Parteien (.mit Ausnahme der Sozialisten, die sich iiberliaupt von der Englandfahrt ausschlossen) vertreten waren. Auf Krajewzow iibte nun der Alkohol, der auf dem Fe«te in reichlieher Menge genossen wurde, eine redit belebende Wir-kung aus. Er fiel jeder Person, die in seine Niihe kam, um den Hais, und erging sich in sttirmischc n Freundsc.haftsbeteuerun-gen. Ladv Asquitli mit zwei Nicliten, Lady C'row, MiB Pau-ley, Lady Churchill, die auch dem Feste beiwobnten, muBten wohl 'oder iibel die Freudenausbrue.be des russisclien Bauern ubtr sich ergehen lassen. Melirmals wurde Krajewzow von seinen Kollegen auf das Unschiekliche seines Beuehmens aufmerksam gemacht. Umsonst! Vcrschwenderisch teilte er unter dem Einflusse des Alkohols seine Verbriiderungskusse aus. bis es zu einem Skandal kam. .Vis er der Gattin des ersten italienischen Botscbaftssekretars Grimani auf sehr deutiiehc Weise den Beweis der russischen Freundschaft bringen wollte, trotzdem sich die Marquise Grimani selir energisch gegen solch persônliche Ausdrucksform wehrte, erhielt KiajeNvzow von Grimani eine nicht mifizftverstehend<1 Zurechtweisung, die aber wenig nutzte. Krajewzow war beleidigt, fing laut an zu schimp-•fen, bezeiclinetc die Itaiiener als Schnorrervolk, und als cr dann nocli weiter die Gattin Griiljauis beliistigte, erhielt er von diesem eine schalleude Ohrfeige. Die Erregung auf dem Feste war unboschreiblich. Krajewzow inuBte mil Gewftlt entfernt, werden. Er wehrte sich verzweifeit, schlug uni sich, naunte die Engliindçr Ilalsabschneider, die RuIJland die Taschen aus-raubten. Nach diesem Vorfall wurde Krajewzow sofort wieder nach Rufiland abgesehoben. VerantwortUch fût die Schriïtleitung: Edgar v. Schnjidt-Paull, BrûsseL Druck und Verlag: teBeIgisclier Kurier" O. m. b. H., Zweigniederlassung BrûsseL Zahlenmystik und heîîige Zahlen. Von Prof essor Dr. Johannes Simon. Iluldigten wir Iieutzutage noch der Weltanschauung dei Pythagorâer, die bekanntlieh die Wesenheit der Dirige in Mat und Zabi sahen, so wurden wir die Biographicn Kaiser Wil helins H. einer Unterlassungssiimle zcihcn: hat docli bishei noch keiner von ihnen es bemerkt, welche Rolle die Zabi 21 im Leben unseres Kaisers spielt. Wie allgemein bekannt, ii-i Kaiser Wilhelm am 27. Tage seines Geburtsjahres (1859) ge boren. Wie aber nicht allgemein bekannt sein durfte war der erste Kaisersgeburtstag im Kriegc, der erste >I<ricg? kaisetsgeburtstag» genau der 27. Goburtstag den Wilhelm 11 aïs Kaiser feierte. Ein gleicli seltsamer Zufall ist es, dal sein Vater, der hochseligc Kaiser Friedrich, der 1831 geborer ist, als er am 18. Oktober 1858 zum ersten. Maie sein Wiegen fest an der Seite seiner Gemahlin, der nachmaligen Kaiseriv Friedrich, beging, seinen — 27. GeburMag feierte. Als Wil helni II. das Licht der Welt erblickte, war also sein Vater cher 27 Jahre ait ge worden. Mit. der Zahl 27, die. wie wir sahen, im Leben zwciei Zollernkaiser dreimal eine Rolle spielte, hat es nun eine gan; besondere Bewandtnis. Vom antiken Standpunkt aus bc trachtet, ist sie kcine gewohuliche, sondern eine hocJivoruchme ja geradezu eine heilige Zahl. Sie |st gleich der heiligei Grundzahl 3 in dio dritte Potenz erhoben: 3X3X3—27. pit Zahl 3, die heilige Zahl der Arier, spielt bei den GrieclwijîTpj mentlicli aber bei den Riimcm der iiltesteu Zeit eine groBi Rolle, selbstverstandlich in erster Linie bei den religiôseli Ge brauehen. Neben drei Grazieu gibt os 3X3 —9Muscn. Une 27 ist erst reeht. cino «musische» Zabi. Bekanntlieh haben wi das Jahr, welches das 19. Jahrhundert beschloB, durch ein< Jahrhiindertfeier ausgezeichnet (seltsamcrweise wurde sie stat am Ende am Aufang des Jahres gefeiert). Dio Romer feiertei allé hundert oder hundertzehn Jahre eine solche Sakular- ode •Fahrhuiidortfeier. Eino dieser Feiern kennen wir zufallig in folgo eines glucklichen Inschriftenfundes ihrem Verlauf nacl genauer. Es ist dio des Ja.hres 17 v. Chr., zu der Horaz seii SSlkularlied verfaBt hat, einen Festhymnus, zu dessen Ab fassnng er vom Sénat offiziell beauftragt worden war. ■ Diese; Lied wurde gesungen von einem Chor von 27 Knaben uni 27 Madchen, die beido von uptadliger Herkuiift und von mog lichst hohem Adel sein muBten. Apollo, der Vater der neui Mueen, und seine Schwester Diana wurd'en in diesem Liei gefeiert. und es" ist kaum zweifelbaft, daB die heilige Grund-vh hl der Arier und die Zabi der Musen bei der Bestimmung i der Zabi der SMnger Gevatter gestanden haben. Eine ganz absondorliçk lieilige Zahl - hatten die beriihm 1 testen Rechenmeister des Altertums, die JUnger des Pythagoras. Es war die Zabi 6. die «vollkommenc Zabi zwischen 1 und 10 (l ' 2 + 3 — 6: 1X2X8 -6 usw.). Die <vollkommenc Zahl» zwischen 10 und 100 ist 28. Das se hein* der Grund zu sein, 1 weshalb Horaz das Gediclit; in dem er den P> tliagorâer Archytas von Tarent >als Messer de.- Meeres und der Erde und dés zahllosen Sandee feiert. als 28. Gedieht seinem ersten 1 Bûche der Oden eingèreiht hat. Die Zahl 28 hat aber auch astronomische Bedeutung. t> 7 Tage sind 4 Wochen oder ) Monat im burgerlichen Sprachgebrauch. Das bringt uns auf die heilige Zabi der Sefniten, gpeziell der Israeliten: es ist dié Zabi 7, die Zahl der Tage einer Woehe, d. h. ciuer Mondphase. Das Volk aber, das zuerst die Wissenscbaften der Mathe-matik und der Astronomie ausgebildet h^t. ist das Volk der Babylonier, dem das Volk der Judeii so viel verdankl. Die, Babylonier teilten da^ Jahr in 12 Monate, den Tag in 2 X 12 Stunden, die Stundc in 60 Minutea, den Kreis in 6 X 60 Grade und berechneten zuerst das Sonnenjabr auf 365 Vt Tage. 1 Wir seheu die heilige Zahl der l'y tliagorâer (fi) spielt hier als Grundzahl schon eine gewissc Rolle. Zur Zeit, des Augustus finden wir in Rom babylonische Astrologen, die gcwcrbsma-Big aus den Sternen weiasagen. Einem solehen «Magier» ist Mâcepas, des Horaz Fruuid und lioher Gonner in die lISnde gefallen und ist von ihm dcrmaBen in Unruhe versetzt worden. daB er sich lange Zeit in Todesfurcht und Todesahnun-geu verzehrte. Diese «Babylonier» âcheinen in Rom Sehuic gemacht zu haben, wenigstens seheu wir dort.den Glauben an die Sterne uiid ihre Einwirkung auf die Geschicke der Menschen immer tiefer Wurzel schlagen und ganz wie die ; Grunder vou Babylon gebeiinnistcn die Romer bei der Griin-dung \ou Stadten und Tempeln in dereu Masse Beziige auf Jahr, Menschenalter, Sâkulum (ein Jahrhundert zu hundert oder hundertzehn Jahren), kurz auf dio Dauer irdischer Dinge hinciu, auch auf die crhofftc Dauer. Babylon inaB im Umfang 365 Vu Stadien. Das Colosseum zu Rom, das Sinubild, das den Bestand Roms verkorpern sollte, rniBt im Limkreis genau 365 3» Schritt. Die Flavier bestimmteu 73 n. Chr. den Umfang Roms auf 13 200 (—110 X 120) Schritt, im Hinblick auf die 12" Sa,kula, dio der Stadt von den Gottern vcrheiBen war. Das rumischc Koln (vom Juhre 50 n. Ghr.) nun miBt 13 200 1 cb 13 = 13 213 rômische Fufi, und da ein Schritt 5= Ç FuB st, so hâtto Koln einen Umfang, der ungeiahr ein Funftel les Umkreises des Plavischen Rom betragt, und die Zahlen-, nystik der 12 Silkula, ware vom Vorbild auf das Abbild zu ibertragen. Zunial Kaiser Claudius. unter dem Koln Kolonio .vurde, ein gelehrter Theologe war. der das in diesen Dingeu sachvcrstiiudige Kollegium der Haruspices (Eingeweidtv leschauer) eingesetzt und kurz vor der GrUndung vou Koln :iuc Jahrhundertfeier abgehaiten hat. Doch kehren wir noch einmal zur Zaiil 27 zuriick. Es rt natiirlich der reinsto Zufall, daB der langstc Dauerkrieg les Altertums, der Krieg, der so oft mit unaerem dreifiig-iahrigen Krieg vergliehen wird, gerade 27 Jahro gedauert. hat. Es ist der peloponesisehe Krieg (431—104). Seine lange Dauer ivird von seinem beredten Schilderer, von Thukydides, damifc jegriinflet, daB huben und driiben mit der grôBteu Erbitt-e-•ung gekampft wurde und die beiderseitigen Krâftc sich un-jêfâhr die Wagschale hielten. Beiden trifft wohl im GroBen nid Ganzen auch bei dem gfoBen Vôlkerringen unserer Tage su. Nur miissen wir ein ganz ersiehtliches Uebcrwiegen der moralischen Kràfte auf unserer Seite fiir uns in An-•prueh nehmen. DaB aber dieser Krieg keiji Dauerkrieg nach 1er» Herzen der Englânder, nicht einmal ein siebenjâhriger Krieg iverdc, dafiir ist schon gesorgt. Ein hiibscher Zufall und Was-•er auf die, Muhie der unverbesserlichen Zahlenmystiker, die Sekanntlich mit ihren Rechenkunststucken so klâglich Fiasko »emacht haben. ware es, wenn der Krieg a m 1. November 1916 zu Ende ginge. Er batte dann gerade 2 7 Monate gedauert. Und wie die Sache sieli jetzt anlaBt, ist dieser End-lermin gar niclit so unwahrscheinlich. Eine Frage. Lord Kitchener und sein Stab an Bord . . auf der Ausfahrt nach RuBland, Nord-Ost-Nord . . der llochstkommandierende . . ohnc Begleitsehiff . . kein fremder Zcuge iu der Nah' . . stiirmischo See . . Bruch der Masehine? Torpcdoï Mine? Kein Mensch weiS von wo, kein Mensch wieso? Aber war es ans tait westlich der Orkncyinseln . . am Endo ostlich? und wirklich erst gestern, wie die Télégramme besagen? War's nicht yielleicht schon vor sochs Tagen?! vCaesar FMschlep,) 1

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Dieses Dokument ist eine Ausgabe mit dem Titel Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier gehört zu der Kategorie Oorlogspers, veröffentlicht in Brüssel von 1915 bis 1918.

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