Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier

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s.n. 1916, 16 Juni. Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier. Geraadpleegd op 23 juni 2024, op https://nieuwsvandegrooteoorlog.hetarchief.be/nl/pid/0g3gx45s63/
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mit G 250000, Tu Frankfurt a, 0. fflr Erandenburg mit 8 289 000, in Breslau fur Schlesien mit 5 500 000, in Halle fur Sachsen mit 7 392 000, in Hannover mit 4 000 000, in KM fur Schleswig-Hols'tein mit 1 000 000, wâhrend in der Rheinprovinz eine Ge-sellschaft mit 1 000 000 und in Westfalen eine in der Bildung begriffen ist. Die Provinz Westfalen will sich mit 1 Million beteiligen. Aile sind Gesellschaften mit besehrânkter Haftung. Ungefâhr die Hâlfte ihrer Geschâftsanteile sind vom Staate ge-zeichnet, ein weitérer groBer Teil von den Provinzen und son-stigen Kommunal- und ôffentlichen Verbanden, noch ein ge-ringer Teil von Privaten, zum Teil Genossenschaften, Dar-lehnskassen, Banken, Gesellschaften und Vereinen. Die Ver-zinsung der Anteile ist auf 4, ausnahmsweise auf 5 v. H. be-schrânkt. Der Staat verzichtet ganz darauf, so dafi in Wirk-liehkeit so gut wie nie mehr als 2 v. H. verteilt werden und aile hôheren Gewinne den Landstellen und Heimstâtten zugute kommen. Notenspenden fiir die Truppen an der Front. Von der kônigl. Hausbibliothek (konigl. SchloS) werden Notenspenden an Truppenteile im Felde und in den Lazaretten auf Verlangen. kostenlos abgegeben. Die Neuauflage der Spèildë des Kaisers fiir die Mànnerchorvereinigungen im Felde (24 Mannerchôre) und reiche Gaben der deutschen Musik-verleger gestatten der konigl. Hausbibliothek, musikalische Wiinsche an Notenmaterial aller Gattungen zu erfullen. Die Angabe der Besetzung fiir Orehester und Kammermusik, der Stimmlage bei Liedern sowie der Chorstarke ist in den Zu-schriften stets erforderlich. Die Deutschlandreise der tiirkischen Abgeordneten, Die aus Deutsebland zuriïckgekehrten tiirkisehen Abgeordneten erklaren sich dem «T a n i n» gegeniiber lebhaft befriedigt von der Reise und den erhaltenen sehr giinstigen Eindriicken. Riz,a Pascha findet insbesondere nicht genug Worte, um den ihnen iiberall seitens der offiziellen Kreise und des Volkes be-reiteten grofiartigen und herzlichen Empfang zu schildern und seine und seiner Kollegen Dankbarkeit. auszudriicken. Er àufiert sich tief geriihrt von dem Woblwollen des- Kaisers, dessen griindliche Kenntnisse der Staatseinrichtungen und des Nationaîlebens der Turkei er bewundert. Die Fortsetzung direkter Beriïhrung der Tlirkei mit Deutschland wiirde sehr grofie Ergebnisse zeitigen. Auch auBerte Riza Pascha feste Zûversichf auf die starke Widerstandskraft und Unbesiegbar-keit Deutschla.nrfs, welche heute vielleicht grôBer sei als bei Beginn des Krieges. Glânzende Ernteaussichten in der Turkei. Naçh fibereinstimmenden amtlichen Meldungen und Be-richten aller Reisenden wird die Ernte des zWeiten Kriegs-somniers in der Turkei fast allenthalben geradezu glànzend ausfallen. Allem Anschein nach ist auch die Seidenraupen-zucht begiinstigt. MaBgebend waren genau rechtzeitig fallende Regen und erfolgreiche groBe Anstrengungen der Regierung. Durch diese selbst sehr gute Jahre iibertreffenden Ertrâgnisse diirfte auch der Nachteil der eingeschrankten Anbauflâche einigermaBen ausgegliehen werden. Jedenfalls wird unter diesen besonders glucklichen Umstanden die Lebensmittelver-sorgung bei den feindlichen Berechnungen der Widerstandskraft der Tiirkei auszuscheiden haben. Kleine Sportnachrichten. Die Graditzer Gewinnsumme ist nach dem Siege von Adresse im Preis der Diana auf 132 420 Mark gestiegen. Das Kôlnische HauptgestUt steht damit bei weitem an der Spitze der erfolgreichen Rennstâlle. Ueber 100 000 Mark gewannen sonst nur noch die in vorziiglicher Form befindlichen Pferde des Traîner Horalek, doch verteilen sich deren Gewinne auf mehrere Rennstallbesitzer. Der Lôwenanteil entfàllt mit 66 600 Mark auf Herrn A. v. Schmieder, dessen ausgezeichneter drei-jàhriger Taucher allein 59 000 Mark zusammengaloppierte. Herr Friedheim brachte es hauptsâchlich durch Corregio auf 19840 Mark., Herr H. Schaps ausschlieBlich durcli Segant.inis Erfolge auf 16 400 Mark, Frhr. O. Richthofen auf 6840 und Herr R. Wallenberg auf 6490 Mark. Berliner Kriegs-Segelregatten 1916. Der standige Aus-schuB der Berliner Verbands-Vereine befafite sich in seiner letzten Sitzung unter Vorsitz des Geheimrat RieB mit der Ver-anstaltung von diesjahrigen Segelregatten. Auf Anregung des aus dem Felde anwesenden Geh. Mendelssohn erklârte sich eine Reihe von Vereinen sofort zur gemeinsamen Veranstaltung von Regatten bereit. In Frage kommen zwei Wettfahrten auf der Havel und zwei auf der Dahme bei Griinau. Als Extra-preise sind bereits ein Kriegspunktpreis fiir die nationale Binnen-Jollenklassen und ein gleicher ftir eine Kielbootsklasse festiftet worden. Nahere Beschliisse sollen auf der nâchsten itzung am 19. Juni geplant werden. Aus GrofisBrussel. „Paeling!...« So ertônt tagtaglich, hauptsâchlich aber des Freitags, der monotone, etwas melancholische Ruf eines der bekann-testen und auch, in gewissem Sinne beliebtesten GroB-Briisseler StraBentypes, — des Aalhândlers. Er durchjolt von friih bis spàt die StraBen mit einem kleinen Handkarren oder nur mit einem einfaehen Schubkarren, auf dem in runden, geflochtenen groben Weidenkôrben mit ziemlich niedrigem Rand seine schliipfrige, Waro in schleimigem Durcheinander wimmelt. So-bald er Hait macht, gruppiert sich in wenigen Augenblicken seine Kimdschaft um ihn. Denn fiir Aale gibt es in Brussel stets Liebhaber an allen Ecken und Enden. Und diese Kund-schaft besteht aus dem denkbar buntesten Gemisch. Da, sieht man junge und alte Hausfrauen, graubàrtige Mànner und junge Burschen, Schulknaben und kleine wuschelkôpfige Mâdchen. Sie aile kaufen und folgen mit dem griiBten Interesse dem AbschlachtungsprOzeB, den der Aalhandler mit einer meister-ha.ften Geschwindigkeit vollbringt. Mit einem scharfen Messer bewaffnet, fafit, er einen Aal nach dem anderen auf solche Weise beim Kopf, daB das sich krummende glatte Amphibium ihm unmôglich entschlttpfen kann: der Kopf ist zwischen der scharfen Klinge und dem Daumen so fest erfaBt, daB jede Aussicht auf Rettung fiir das Tier ausgeschlossen ist. Ein kleiner Ruck, ein Druck, und durchgeschnitten ist die Kehle! Im Handumdrehen ist dem Aal die Haut abgezogen. So geht es unaufhorlich fort, so lange der Vorrat reichfc. Manche Aalhandler bringn es fertig im Zeitraume eines Tages auf diese Weise 800—1000 Aale zu kôpfen und zu enthâuten. Der wandelnde Aalhandler besitzt selten eine Wage. Und so etwas verlangt man auch nicht von ihm. Er weiB das Ge-wicht «so ungefâhr», nach der «Dicke» oder «Diïnne» zu beur-teilen. Das ist nun einmal von jeher so Sitte gewesen. Viele Aalhandler bieten auch gleichzeitig das halbe Dutzend ver-schiedener Kràuter feil, die zur Zubereitung des GroB-Briisseler Spezialgerichts, «Aal in Griin», erforderlich sind. Salbei und Pfeffermiinz, Majoran, Kerbel, Petersilie und was sonst noch mehr. Der «Paeling»-Mann hat zwar einen harten Stand und sein Tun und Sc.haffen ist ermiidend, wenn er bergauf, bergab seinen Karren schieben muB. Aber er arbeitet nicht umsonst und er weiB, daB am spâten Abend, wenn er durch seinen «Paeling»-Ruf tiichtig heiser geworden ist, er es sich bei einer Flasche alter «Gueuse» oder eines «Krieken-Lambic» gemutlich sein lassen kann. Denn sein Geschâft wirft doch einen nicht zu verachtenden Verdienst ab! M. phb. Die Lebensmittelversorgung der Pensionate. Bis heute war beziiglich der Teilnahme der Pensionate, Kollegien, Er-ziehungsanstalten usw., die Kostgànger besitzen, an der von den offiziellen Komitees veranstalteten Lebensmittelversorgung kein einheitliches Verfahren gehandhabt worden. Diese Frage ist nunmehr gelost. Von jetzt ab haben aile Unterrichtsanstalten ohne Unterschied das Recht, mit ihren Pensionâren an der Lebensmittelversorgung durch die offiziellen Magazine ihres Wohnortes teilzunehmen, und zwar unter demselben Anspruch und zu denselben Bedingungen wie die anderen Einwohner. Es wurde eine Verordnung erlassen, die einige erganzende An-weisungen gibt und etliche zu beobachtende Formalitaten festsetzt. M-r. Ein groBer Friihmarkt hat, wie gewôhnlich nach zwei aufeinander folgenden Feiertagen, Dienstag morgen in Brussel auf dem GroBen Platz vor dem Ràthause und um die Bôrse herum stattgefunden. Dieser Markt, der schon um 4 Uhr in der Friihe ein buntbewegtes Bild bot, da sâmtliche Griinkrâmer und Gastwirte von GroB-Briissel dort ihre Einkaufe machten, zeichnete sich durch eine allgemeine Preissteigerung fiir die einzelnen Waren aus. Ob diese aber begriinde^ ist, moge daliin-gestellt. bleiben. Die Bauern schieben die Schuld auf die schlechte Witterung; die ist nun augenblicklich ein sehr ge-duldiger Siindenbock. Wenn man ihr auch vielleicht mit einer gewissen Berechtigung die Preissteigerung bei Spargel, Blumen-kohl, Radieschen und anderem Gemiise in die Schuhe schiebt, so darf man sie jedenfalls nicht daftir verantwortlich machen, daB die Eier in GroB-Briissel plotzlich von 23 auf 26}£ Cent, gestiegen sind. Im allgemeinen kann man sagen, daB >seit ver-gangenen Freitag Gemiise und Obst eine Preissteigerung von 20 bis 30 v. H. erfahren haben. Im einzelnen sind besonders Blumenkohl, Erbsen, Gurken und Erdbeeren viel teurer geworden. Man notierte fur das Kilo frische Erbsen in GroB-Briissel 90 Cent., eine Gurke war unter 50—60 Cent, nicht zu haben, Erdbeeren sind auf 1,50—1,80 Fr. das Kilo gestiegen, was fiir die jetzige Jahreszeit ganz anormal ist. Spinat,, Sauer-ampfer, Portulac verzeichneten einen Aufschlag von 5 v. H., auch Kerbel stand hoch im Preise — 1,40 bis 1,60 Fr. das Kilo. Nur Kopfsalat — Lattich und Endivien — war reichlich und zu billigen Preisen vorhanden. nliK Arzt und Apotheke fiir bediirftige Kranke. Die o!ff- J zielie Liste der Mitglieder des IJnterkomitees der Abteilung | «Hilfe und Schutz fiir die vom Kriego geschadigten belgischen [I Aerzte und Apotheker, dem die arztliche und pharmazeutiseho 1 Unterstiitzung der bedtirftigen Kranken ubertragen ist, wurde j ktirzlich festgesetzt. Vorsitzender ist Dr, Herman, Antwerpen. | Beisitzer Apotheker Haazen in Antwerpen, Eugen Hanssens, I Prof. Herland von (1er Ferien-Universitat, Dr. H. Goppez, Apo- J fheker Patton; Dr. Pechére und Dr. A. Delcourt —• samtlich in 1 Brussel, in Namur Dr. Baity und Apotheker Vassal, in Hassclt Dr. Roelandts und Apotheker Machiels, in Gent Dr. R. Colson und Apotheker Gaeremynck, in Ninove Dr. Behn, in Lôwen Apotheker Bruylants. in Charleroi Dr. Haelewijck, in Borgen Martin, in Liittich Dr. Closson und Apotheker Thimister, in Bertrix Dr. Limrange. phb. Ein Verein belgischer Notare in England. Die in Londori erscheinonde «Indépendance Belge» schreibtt «Wir | haben den Bericht des Vereins bè|gischer Notare in England j crhalten, der von seinem Vorsitzenden E. Butaye verfaBt ist. 3 Es werden darin u, a. liber die innere Organisation des Vereins | folgende Angaben gemacht. «In den ersten Monaten unseres 1 Bestehens waren unsere Versammlungen immer von 60—70 Kol-. f legen besucht. Infolge allmahlicher Abreise wurden unsere | Reihen stark gelichtet. Im Anfang waren wir unsere 100 bel- | gische Notare in England, heute sind wir nur noch 39. Von | ihnen wohnen 20 in der Nâhe Londons und nehmen an unscren • Zusammnkunften regelmafiig teil. Aus der Provinz. em. Aus Antwerpen wird uns geschrieben: Das Postamt 5 | (Siidbahnhof) ist jeden Tag von 9—1 Uhr und von 3—6 Uhr S wieder geôffnet. — Der Erkennungsdienst ist aus der Na- I tionalstraBe nach der Zwôlf-Monate-StraBe (ins friihere Lokal a der Antwerpener Zentralbank) verlegt worden. Die Geschafts- ] zimmer sind von 9—12 Uhr und von 2—4 Uhr geôffnet. — I Im letzten Bericht des Gesundheitsdienstes sind 61 Sterbefàlk' | und 47 Geburten verzeichnet. Am Keuchhusten starben in der a 23. Woche 2 Personen und an der Lungenschwindsucht 7. em. Aus Lùttich wird uns geschrieben: Die nach Briissel I bestimmten Briefe gehen tâglich viermal, und zwar um 10 îo, I 1234, 7 und 10 Uhr von dem Hauptpostamte ab. Nach anderen I Orten werden die Briefe regelmafiig zweimal des Tages, moi- I gens und abends um 7 Uhr versandt. Fiir Verviers finden I zwei Ergànzungsauslieferungen um 10'A und 3 Uhr, fiir H u y | um 1034 und 12SA Uhr statt. — Vom 19. d. Mts. ab soll die Brot I ration von 330 auf 375 Gramm erhoht werden. — In Bolland 1 haben sich die Landwirte verpflichtet, Butter ftir die Gemeinde- 1 versorgung zu 1,50 Franken das Pfund zu liefern. Die belgischen Arbeiter in Frankreich. phb. Die Beziehungen der in Frankreich beschaftigten bel- I gischen Arbeiter zu den Mitgliedern der Allgemeinen Arbeiter- ;l vereinigung, der bekannten C. G. T. (Confédération Générale du Travail), rufen in der konservativen Presse im Havre das stârkste MiBtrauen hervor. Unter der Ueberschrift «Bedauer-liche Anregungen» schreibt das Regierungsblatt, das «XXo Siècle»: «Wir haben vor einigen Tagen die Aufforderung an die in Frankreich" sich befindenden belgischen Sozialisten be-.kannt gemacht, sich in einer Parteiorganisation zusammen-zutun. Diese Aufforderung trug keine Unterschrift, und wir horten nichts mehr von der politischen Vereinigung, deren Bildung sie ankiindigte. Seitdem wurde jedoch ein weiterer Auf- I ruf erlassen, der von einem Abgeordneten und mehferen be- | kannten Sozialisten des Syndikats unterzeichnet war und der I die in Frankreich ansâssigen belgischen Arbeiter einlâdt, sich I einem unter der Fiihrung des C. G. T. Frankreichs gebildeten I Syndikate anzuschlieBen. Wir halten diese Anregung fiir be- I dauerlich. Es mag sein, daB die Interessen der in Frankreich I lebenden belgischen Arbeiter einen ZusammenschluB erfordern. | Aber wenn das der Fall ist, so miissen sie sich auf einer brei- I teren Grundlage zusammenschlieBen und nicht unter der Fûh- J rung einer einzelnen Partei. Anstatt einen Verein zu griinden, I dem aile unsere Arbeiter angehoren konnen, welches auch j immer ihre politische Meinung hei, wird man so Organisationen j schaffen, deren Meinungsverschiedenheiten, um nicht zu sagen, 1 deren gegenseitigen Rivalitat, in diesen Kriegszeiten bedauer- J lich ist. Jetzt, wo das Heil des Vaterlandes die Einigkeit der a Nation verlangt, sollte man sorgfâltig ailes dessen sich ent- 1 halten, was die alten Parteistreitigkeiten wieder hervorbrechen I lassen wird. — Wir haben seinerzeit auf die Gefahren einer 1 âhnlichen Anregung in England aufmerksam gemacht. Wir 1 wiederholen unsere Warnungen und sind fest davon iiberzeugt, j die Ansicht der groBen Mehrheit aller Belgier der verschieden- I sten Parteien zum Ausdruck zu bringen.» |l Verantwortlich fflr die Sclirlïtleitung: Edgar v. S c h raid t • P aolt, BrûsseL | Druck und Verlag: .Belgischer Kurier" Q. m. b. H, Zwelgniederlattung Brflssel S . 1 Aile diese Fragen aber harren noch weiterer Erforschung; die hoffentlich nach Kriegsende von hervorragenden Gelehrten vorgenommen werden und zur Klarung des wichtigen Fundes fiihren wird. Bei den Anamiten in Saloniki. Ein Kriegsberichterstatter des «Petit Parisien» hat dem Lager der exotischen Hilfsvolker der Verbiindeten in Saloniki, deren Farbenkarte durch die stete Heranziehung neuer Kolo-nialtruppen immer buntscheckiger wird, einen Besuch abge-stattet, der in erster Reihe den eben eingetroffenen Anamiten galt. «Hunderte kleiner Zelte, deren Khakileinwand sich im Winde blaht», so schreibt der franzôsische Journalist, «reihen sich in der Ebene aneinander, die von hohem und hartem Gras dicht bedeckt ist. Und iiber dem Ganzen krauselt sich ein Schleier blâulichen Rauchs, der meiner Nase den scharfen, beiBenden Geruch verbrannten Fleisc.hes und schwelenden grii-nen Holzes vermittelt. Er erhebt sich iiber Hunderte kleiner Feuer; denn jeder der anamitischen Schiitzen hat seine eigene Herdstelle und besorgt an ihr seine eigene Kiiche. Der Be-fehlshaber des Lagers ist liebenswiirdig genug, mich auf meinem Rundgang zu begleiten und mir als Dolmetscher zu dienen. Auf einen Pfiff seiner Taschenpfeife eilen die Schiitzen heran. In fiinf Minuten sind wir von kleinen, gelben Mânnern umkreist, von denen die aus' dem Gebirge stammenden Muongs stammig und beinahe weiB von Gesicht sind, wâhrend die aus dem Delta kommenden Leute eine fast bronzene Hautfarbe haben. Die aus den Bergen stammenden Muongs haben aile ihr Haar abgeschnitten und tragen als Kopfbpdeckung das Barett der \ franzosischen Alpenjâger. Die reinbliitigen Anamiten dagegen haben ihre langen blauschwarzen Zôpfe beibehalten, die auf-gesteckt und um den Kopf gelegt unci von einem schwarzseide-nen Schleiertuch bedeckt sind. Bald verlâuft sich der Schwarm; denn die meisten interessiert ihr Reis und Hammolfleisch mehr als meine werte Person. Nur einige der kleinen Leute bleiben bei uns. Ich unterhalte mich mit ihnen, so Weit ihre franzosischen Sprachkenntnisso eine Unterhaltung gestatten. Sie erzrihlen mir von ihrem Grauen vor den «schwarzen Wassern», wie sie das Meer nennen. Und sie erzâhlen mir weiter, die Wahrnehmung, daB ûberall Franzosen und Englànder zusam-mentrafen, habe sie auf die Vermutung gebracht, daB Frankreich und England die Welt unter sich teilten. «Es sind recht gute Soldaten», belehrt mich der Kommandant, «gut diszipli-niert, sauber und tapfer: aber wie aile Oriêntalen, und yor allem die des aufiersteu gstens yon merkwiirdigen Schreckvorstellungen geplagt, iiber die sie, wenn sie ihrer Herr geworden sind, selbst lachen. So haben sie bei-spielweise vor den Pferden, die sie hier sehen, eine Hochachtung, die sich bis zur blassen Angst steigert. Die Ticre, denen weder Sie noch ich irgendwelche Auf-merksamkeit schenken, nehmen in ihren Augen die Gestalt von Ungeheuern an. Nie haben sie sich vorgestellt, daB ein Pferd so groB werden konnte, da sie zu Hause nur kleine Ponies gesehen haben. Auch die Esel haben sie hôchlichst in Er-staunen versetzt. Aber sie wirken auf sie eher belustigend, und ihr wehleidiges Geschrei erregt stets, wenn sie es hôren, unbàndige Heiterkeit. Ich bin sicher, daB der Esel spâter in ihren Legenden seine wichtige Rolle spielen wird. Wir haben nicht geringe Miihe, die Leute an das Lied der schweren Ge-schiitze und der Granaten zu gewôhnen. In einigen Tagen werden wir sie an die Front schicken und sie dort zu Pa-trouillengangen benutzen, um sie langsam an das Feuer zu gewôhnen. Uebrigens miissen wir auch das Lager râumen. das in Kiirze von Somalis bezogen wird, denen weiterbin Mada-gassen und Howas und dann die Russen folgen.» Es herrscht in der Tat heute schon hier ein Volkergemiscl), das an Buntheit und orientalischem Reiz nichts zu wiinschen iibrig lâBt. Hier gleich ein typisches Bild: Am Wegrande steht ein Serbe, ein Mulatte von Martinique, ein indischer Pathan aus dem Pandschab und ein anamitischer Unteroffiizier, die sich aile môgliche Miihe geben, sich miteinander zu verstândigen. Der Anamit und der lnder plaudern ziemlich miihelos in eng-lischer Sprache. Der Serbe und der Mann aus Martinique rade-brechen ein Kauderwelsch, das zu gleichen Teilen aus Fran-zôsisch, Serbisch und dem Spanisch der jiidischen Spaniolen gemischt ist. SchlieBlich zieht sich das exotische Kleeblatt in die Kailtine zuruck, wo sie vor einem Liter WeiBwein ihre Sprachstudien fortsetzen. «Sie trinken also Wein, Ihre Leute, Herr OberstV» frage ich meinen Begleiter. «Nur selten und in mâBigen Mengen,» lautet die Antwort. «Sie ziehen im allgemeinen den Tee oder das Sake, das japanische Reisbier, vor. Aber sic haben sich rasch und leicht an den Wein gewôhnt, wie sie sich ubrigens an ailes gewôhnen, vorausgesetzt, dafi man sie fest in der Hand hait. Es sind Kinder. Verschlagen, intelligent und entsetzlich verlogen, dabei aber geschickt, gèlehrig und mit einer erstaunlichen Anpassungsfàhigkeit begabt.» Man hat die annen Kerle aus dem «benihigten Siiden», wie Anarn in wôrtlicher Uebersetzung heifit, hierhergebracht, dajnit sie Gelegenheit haben, sich fiir die Franzosen, die ihnen ihre Freiheit. genommen haben, totschiefien zu lassen, Heitere Ecke. Paris flaggt. Das Dienstmâdchen Poincarés hatte es berumgetrage®. Fiinftausend Gefangene waren gemacht! Die Kasebandlerin î] gab die Freudennachricht weiter. Der Bâcker an der Ecke hangte die Trikolore aus, worauf sein Konkurrent auf der an- i deren Seite sâmtliche Fahnen der Alliierten im Winde spielen !1 lieB. In einer Stunde war ganz Paris ein Flaggenmeer. Man be-gliickwttnschte sich auf den StraBen. trug jubelnd einen Sene-galneger auf den Schultern und ruhte nicht eher, bis nicht Poincaré vom Balkon herab geredet hatte. Es ging wie ge-schmiert.Spater dann, als der Prâsident seufzend zu Bett ging, nahm ihn die Gattin sanft, aber entschieden ins Gebet. «Raymond»', begann sie, «mich beliigst du nicht! Sind wirklich fiinftausend Gefangene gemacht worden?» «Aber ich schwôre dir, Liebste,» ereiferte sich Poincaré und schnallte sich die Hosentrâger ab, «ich schwôre dir hoch und heilig, es hat ailes seine Richtigkeit: es sind fiinftausend Gefangene gemacht worden!» Darauf sah die Frau Prâsidentin ihren Ehegemahl durch-dringend an — o, sie kannte seine Schwâche — und fragte kurz und nachdriicklich: «Von w e m ?» «Ah, hm, hhhh, hm, na, ja, krx krx krx, von den Deut-schen natiirlich!» antwortete Herr Poincaré, * ' -'/Vf. Ein kritischer Pranzose. Franzose: Hier ist also eine Funkenstation, und in jenem Gebaude werden die franzosischen Generalstabsberichte redi-gi.ert.Landsmann: Also eine Flunkerstation. « Erlebtes aus Warschau. Ein unermiidlicher Hiindler versucht, vergebliefi, eînem deutschen Soldaten eine ec-ht silberne Kette zu verkaufen. Ich machte ihn darauf aufmerksam, daB der StraBenhandel mit Silberwaren verboten ist. Diskret nimmt er mich zur Seite und fliistert mir zu: «Ich weiB, bester Herr, aber ist es denn Silber? s s .»• B.R. ¥ Der eingebildete Kranke. Nachbarin: «Ihr Mann trinkt ja wieder L'ier!» ~ <1 Gott bewahre! Er hat nur augenblicklich so eine groBe Menge von Krankheiten, dafi er der Einfachheit halbev' die Medizin zu-sammenschuttet und aus dem Mafîk"(ig trinkt;'s

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Dit item is een uitgave in de reeks Belgischer Kurier: belgische Ausgabe des Deutschen Kurier behorende tot de categorie Oorlogspers. Uitgegeven in Brüssel van 1915 tot 1918.

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